Donnerstag, 29. November 2012

Mitteilungsbedürfnis

Begeisterung
Wenn man morgens die Vorhänge öffnet und die Welt nicht - wie erwartet - von dichtem Nebel verschluckt, sondern frisch mit Puderzucker bestäubt wurde. Ja, es hat dieses Jahr schon geschneit. Aber nicht diese riesigen, flauschigen, langsam herab schwebenden Wattebällchen. Da ist man für einen kurzen Moment wieder 5 Jahre alt. =)

Weniger Begeisterung
Wenn man wegen der Straßenverhältnisse auf dem Weg in die Nachbarstadt (!) eine Stunde lang im stickigen Bus festsitzt und zu spät zum Arzttermin kommt.

Neu entdeckte Begeisterung
Was ich mit Menschen verbinde, die Bench tragen? Aus Erfahrungen meiner Schulzeit ziemlich selbstverliebte, zu stark geschminkte Markenpüppchen mit sorgfältig geglätteten, gefärbten Haaren und angeklebten Fingernägeln.
Was ich diese Woche gekauft habe? Einen Wintermantel von Bench. Aber wenn man nach 3 Stunden vergeblicher Suche in gefühlten 100 Läden plötzlich diese eine perfekt sitzende, wunderbar kuschelige und fast gar nicht nach Streetwear aussehende Wohlfühlverpackung trägt, ist selbst mir die Marke egal. Der Preis allerdings nicht. Nach ewigem Hin und Her siegten dann aber doch Qualität, Schnitt und eine sehr überzeugende Freundin und mein Weihnachtsgeschenk für dieses Jahr wäre damit auch abgehakt. Tragebilder und restlicher Einkauf folgen.

Verleugnete Begeisterung
Vielleicht sind ja die Unmengen an Geld, die bei mir in letzter Zeit über so manchen Ladentisch gegangen sind (ab jetzt spare ich - wirklich!) der Grund, warum ich - als absolute Hip-Hop-Hasserin - plötzlich ständig dieses Lied von Cro im Ohr habe O.o Nein Spaß, trotz Text und Interpret macht es einfach gute Laune ;)


Vorfreudige Begeisterung
Gibt es etwas Schöneres, als große Familienfeiern und die Vorweihnachtszeit im Erzgebirge


Vielleicht seid ihr ja auch gerade in Plauderlaune.
Hat es bei euch auch geschneit?
Welcher Wurm kriecht euch zurzeit so im Ohr herum
und wofür konntet ihr euch diese Woche begeistern?



Samstag, 24. November 2012

Von Kirchenlehrern und Kinderschuhen




Die Menschen reisen in fremde Länder
und staunen über die Höhe der Berge,
die Gewalt der Meereswellen,
die Länge der Flüsse,
die Weite des Ozeans,
den Lauf der Sterne,
aber sie gehen ohne Staunen aneinander vorbei.

                                                                                              Aurelius Augustinus


Jeder Mensch ist wunderbar gemacht.
Gib deinem Nächsten die Chance, es dir zu beweisen.


*****


Heute hat Miss Regenbogen den Kinderschuh-Award verliehen und ich fühle mich unglaublich geehrt, sogar gleich an erster Stelle zu stehen =) Vielen Dank nochmal, dass du an mich gedacht hast!

Natürlich möchte ich diesen Award weitergeben und verleihe ihn hiermit an:

1. Hanna von Pour les jours tristes, weil ihr Blog einfach ein absoluter Geheimtipp ist, der mich immer wieder inspiriert und begeistert. Ich kenne keine andere Bloggerin, die so individuell, verträumt und erfrischend ungezwungen ist und sich einfach nicht verbiegen lässt.

2. Weltentdeckerin, weil ich ihre Einstellung gegenüber dem Leben und unserer Gesellschaft sehr beeindruckend finde und wir nicht selten ähnliche Ansichten haben. Ein Blog voller beeindruckender Bilder, wahrer Worte und ehrlicher Erzählungen.

3. Patricia von Zartbitter, weil schon ihre kleinen Monster einen Besuch wert sind und die Ähnlichkeit unserer Gedanken manchmal fast gruselig ist. Gute Laune, nachdenkliche Themen, tolle Ideen oder inspirierende Texte - es wird mit Sicherheit nie langweilig.

4. Kami von schön und glücklich, weil sie einem mit ihren tollen Tipps und Tricks jeden noch so trüben Tag versüßt. Niemand motiviert mich so erfolgreich zu ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung und stressfreien Auszeiten.

5. Die Wohnsinnige, weil ihre Einrichtung- und Dekotipps einfach immer wieder meine Kreativität wecken und eindeutig noch viel zu wenig Beachtung finden.

Ich würde mich freuen, wenn ihr den Award an 5 Blogger mit weniger als 200 Followern weitergebt und den Nominator als kleines Dankeschön in eurem Post verlinkt. Vergesst nicht, diese Regeln zu erwähnen! ;)


Außerdem hat mich Kathi von Our Crazy Little World während meiner Bloggerpause vor ein paar Wochen getaggt, um zum zweiten Mal die 11 Fragen des Liebster-Awards zu beantworten. Vielen Dank dafür! Leider fallen mir nie im Leben 11 neue Blogs ein. Ich werde Kathis Fragen einfach hier hinzufügen und ich tagge jeden, der gerade Lust hat, mitzumachen.

Liebste Grüße =)


Mittwoch, 21. November 2012

Ausbruch

Wie lange sitzt du gerade schon vor deinem Computer? Wie viele Blogs hast du heute durchforstet, wie viele neue Posts stehen noch in deiner Leseliste und liest du meinen Beitrag, weil er dich wirklich interessiert, oder weil man eben Kontakte zu anderen Bloggern aufbauen muss, um den eigenen voran zu bringen? Hoffst du, dass dieser Post nicht allzu lang ist, damit du schnell zum nächsten übergehen kannst?
Ich erinnere mich an den ersten Blog, der mich wirklich begeistert hat, den ich jeden Tag besucht habe, in der Hoffnung, dort einen neuen Funken aus der Gedankenwelt der Autorin zu finden, für den ich mir Zeit genommen, ihn Wort für Wort aufgesogen habe.
Alles in unserer Welt ist heute auf die schnelle Befriedigung unseres Spaßbedürfnisses ausgerichtet. Oberflächlich, virtuell, bunt blinkend, to go. Schließe für einen Moment die Augen, fühle deinen Körper und was er gerade wirklich braucht. Vielleicht bist du heute voller Energie und du kannst meine Gedanken gar nicht nachvollziehen, aber sehnst du dich nicht auch manchmal nach Ruhe, Reinheit, Natürlichkeit?
Schließe deinen Browser, klapp den Laptop zu, steh auf und tu etwas, das wirklich gut für dich ist, bringe dich in Bewegung, erfahre die Natur am eigenen Leib.

Spüre den Wind und die Sonnenwärme auf der Haut ...
Rieche die Erde, moderndes Laub, die Aromen von Blüten und Früchten ...

Betaste die verschiedenen Baumrinden, die Furchen im Fels ...
Lass Sand durch die Finger rieseln, den Bach deine Füße umspülen ...
Bestaune die Formen- und Farbenvielfalt von Kieseln und Muscheln ...
Zähle die verschiedenen Grüntöne des Sommers, die Farben des Herbstlaubes ...
Versuche die etwa zwanzig verschiedenen Weißtöne des Schnees zu sehen, für die Eskimos jeweils eigene Worte haben ...
Verfolge den Wandel eines Baumes oder einer Landschaft im Laufe der Jahreszeiten ...
Lausche den Vogelrufen, dem Sirren von Insektenflügeln, dem Rascheln des Laubes im Wind ...
Beobachte Ameisen, den Regenwurm, den Frosch im Teich ...
Lass dich nass regnen, vom Schneesturm beuteln, von der Sonne trocknen ...
Nimm dir Zeit, das alles auf dich wirken zu lassen - und rede dabei mit dem, der das alles gemacht hat!
Das bringt die Seele ins Gleichgewicht und tut dem ganzen Menschen gut.
 Andreas A. Rudolph, Kassel
Lichtstrahlen 2010, Seite 84 



Hiermit schwöre ich mir hoch und heilig, in meinem ganzen Leben niemals
in eine Großstadt ohne tiefe dunkle Wälder, holprige Feldwege, klare Bäche
und endlos grüne Wiesen vor der Haustür zu ziehen.



Dienstag, 20. November 2012

Verantwortung

Heute mussten wir unsere süße, kleine, 7-jährige, schon zweifach verwitwete Wellensittichdame von ihren Leiden erlösen.

Ursache: Ein Tumor, was sonst?
Warum stirbt denn ein großer Teil der Ziervögel an Geschwüren? Warum können viele Hunde durch ihre unnatürlich geformten Nasen kaum noch atmen oder haben ständig Gelenkprobleme? Wegen Überzüchtung!
Ich für meinen Teil brauche weder genetisch verfärbte Vögel noch haarlose Katzen. Die Natur ist perfekt, so wie sie ist. Seit Jahrmillionen hat sie sich entwickelt, angepasst, bewährt. Wie kann ein Mensch sich anmaßen, mit diesem so empfindlichen, hochkomplexen Erbgut umzugehen wie mit einem Legobaukasten?
Schon lange haben wir uns von umständlichen, zeitaufwendigen Züchtungsmethoden verabschiedet. Heute nutzt man Gentechnik - ein Begriff, der sowohl Begeisterung als auch Ekel in mir weckt. Ihre Chancen und Risiken haben wir oft genug durchgekaut, in meinem Wahlgrundkurs "Biotechnologie" in der Schule und nicht selten habe ich das Klassenzimmer mit einem flauen Gefühl im Magen verlassen. Und doch lässt es mich nicht los. Erbkrankheiten heilen? Medikamente für alle vorstellbaren Beschwerden finden? Die Welternährung sichern? Verseuchte Ökosysteme sanieren? Unmöglich ohne Erforschung und Veränderung von Erbanlagen.
Aber Säugetieren Gene einer Anemone einpflanzen, damit sie im Dunkeln leuchten? Chimäre (Mischung aus verschiedensten Tierarten) erzeugen, die nicht einmal ansatzweise lebensfähig sind? Tiere klonen? Nichts als verantwortungslose und selbstgerechte Spielerei! Wisst ihr, was passieren könnte, wenn genetisch veränderte Bakterien oder Pflanzensamen durch einen Unfall in die Umwelt gelangen würden?

Mensch - die Natur ist einige Nummern zu groß für dich! Du kannst sie bewundern, erforschen, nutzen, aber du verstehst sie nicht einmal ansatzweise. Lass die Finger davon, du hast schon genug kaputt gemacht! 


Mach's gut, kleine Luzy. Sag deinen zwei Jungs einen
schönen Gruß und sei diesmal nicht ganz so frech zu ihnen.
Du wirst uns fehlen <3


Freitag, 16. November 2012

Der Frage-Foto-Freitag (Woche 46)

Heute habe ich es auch endlich geschafft, an dieser tollen Aktion teilzunehmen! Steffi von "Ohhh... Mhhh... Der Food- und Designblog" denkt sich jede Woche 5 Fragen aus (vorher auf facebook bekannt gegeben), die jeder, der Lust hat, mit eigenen Fotos beantworten kann. Und um nicht länger um den heißen Brei herum zu reden, kommen hier meine Antworten:

1. Weihnachten?
Daran darf man als echter Erzgebirgler erst ab Dezember denken! Ich habe extra im Stall nachgesehen, dort warten Schaf und Hirte auch noch ganz brav auf ein spezielles Ehepaar und andere weit gereiste Gäste.


2. Was soll jeder wissen?
Dass es mir endlich wieder besser geht. Mach's gut Norovirus!


3. Ein einfacher Deko-Tipp?
Ein gewöhnliches, gerades Glas mit einer Kerze! Das kann man nämlich ganz nach Belieben und Jahreszeit ständig neu gestalten, indem man es zum Beispiel mit Herbstfrüchten oder Sand und Muscheln füllt, große, bunte Herbstblätter darum bindet, Wasser auffüllt und eine Schwimmkerze hineinsetzt oder den guten alten Dekosand verwendet - der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Denn bei Kerzenlicht sieht fast alles noch ein bisschen schöner aus.


4. Tolles Geschenk?
Ein selbst gebasteltes Scrapbook mit den schönsten Fotos des Beschenkten. Persönlich, kreativ und sicher immer wieder gern gesehen. =)


5. Macht dich sooo glücklich?
Natürlich hauptsächlich meine Familie und meine Freunde, aber die lassen sich gerade schwierig fotografieren^^ Zumindest gute Laune machen die Tees von Alnatura. Da ist wirklich das drin, was auf der Verpackung steht und nicht nur billiger Schwarztee mit künstlichen Aromen wie im Supermarkt. Einfach lecker!



Ich wünsche euch ein tolles Wochenende! =)



Dienstag, 13. November 2012

Outfit of a Red-Letter Day



Pullover - H&M
Lederjacke - Blue Seven
Strumpfhose - H&M
Schuhe - Claudia Ghizzani
Nagellack - Catrice 070 Caught On The Red Carpet



Nachtrag: Erleichterung - wenn sich die befürchtete depressive Phase mit gesundheitlichen Auswirkungen "nur" als Norovirus entpuppt. 
Das heißt: Univerbot, mit einem Buch ins Bett kuscheln und mich gesund schlafen =)

Ähnliche Posts: Herbsttöne, Reiterhof

Montag, 12. November 2012

Filigrane Faszination

Frauen und Schmuck - ein Jahrtausende altes Phänomen. Oder habt ihr etwa nicht dieses eine ganz besondere Armband oder die eurer Meinung nach schönste Halskette der Welt? Sicher seid ihr schon mehrfach auf das Gewinnspiel von Faszinata gestoßen und vielleicht schon ein wenig genervt, aber auch ich möchte mir diese Chance nicht entgehen lassen ;).

Zwei Schmuckstücke, von denen ich mich niemals trennen könnte, sind meine Kreuzkette und meine Taschenuhr. Leider habe ich den Anhänger, den ich zur Konfirmation bekommen habe, verloren und so wurde diese Kette zum Symbol meines Glaubens. Ich trage sie immer: beim Schlafen, beim Sport, in der Badewanne. Anscheinend ist das Kreuz in der Mitte aus einem anderen Material gefertigt, als der Rahmen und so haben sich die verschiedenen Metalle mit der Zeit unterschiedlich verfärbt. Ich finde, das gibt dem Anhänger das gewisse Etwas, ein bisschen Einzigartigkeit und er gefällt mir so noch besser.
Meine Taschenuhr ist weder alt noch von besonderem materiellen Wert, aber ich trage sie zu jedem Outfit, zu dem sie auch nur annähernd passt. Inzwischen gibt es solche Uhren auf jedem Jahrmarkt und doch zaubert sie aus jedem noch so langweiligen Shirt etwas Besonderes und schenkt ihm einen Hauch Vintage Charme. Außerdem trägt meine Uhr eine für mich immer noch sehr bedeutsame Gravur.



In jedem Fall lohnt es sich, einen Blick auf die Angebote von Faszinata zu werfen. Am besten gefällt mir dieses Collier mit den zwei verbundenen Ringen. Es drückt einfach eine sehr feste Verbindung der beiden Einzelteile aus, obwohl diese sich sehr unähnlich sind. Ich stelle es mir wunderschön zu einem schlichten schwarzen Abendkleid vor.



Welches ist euer absolutes Lieblingsschmuckstück?


Donnerstag, 8. November 2012

Überraschungspremiere

Was für ein toller Start in meine "101 Dinge in 1001 Tagen". Das Projekt läuft seit 4 Tagen und bringt mich schon jetzt an meine Grenzen. Gestern habe ich Ziel Nummer 70 - zu einer Sneak Preview gehen - erfüllt. Man kauft vergleichsweise preiswerte Kinokarten für einen Film, der noch vor dem offiziellen Bundesstart gezeigt wird. Der Haken: Man weiß vorher nicht, für welchen. Ich finde die Idee ziemlich cool. Sicher kann man auch mal einen schlechten Film erwischen, aber es geht eigentlich nur im die Überraschung, den Spaß an der Sache. Und wer weiß? Vielleicht sieht man den neusten Kassenschlager sogar noch vor allen eingefleischten Fans?

Gestern saß ich jedenfalls 21.00 Uhr mit 4 Freunden im Kino und habe mir im Vorspann angesehen, welche Filme demnächst anlaufen. Der süße Kinderfilm - wieso nicht?. Die gefühlvolle Liebestragödie - dann geh ich wieder! Cloud Atlas - bitte bitte bitte!
Und dann - ein kleines Mädchen mit blutigen Händen und eine Familie mit Säcken über ihren Köpfen - erhängt in ihrem Garten. Unsere Vorpremiere. Sinister. Ein Horrorfilm!
Da man an einer Sneak Preview erst ab 18 Jahren teilnehmen darf (das kontrolliert aber keiner!), war ich schon darauf vorbereitet, dass auch Filme dieses Genres gezeigt werden könnten, aber nicht darauf, was dann kam. Nach Saw, Blair Witch Project oder The Hills Have Eyes glaubte ich, behaupten zu können, schon Horrorfilme gesehen zu haben. Kinderfernsehen gegen diesen fast zweistündigen Psychoterror! Zittern, Hände vor dem Gesicht, obwohl ich sonst nie zugeben würde, dass ich Angst habe, eine noch fast vollständig gefüllte Popcornpackung nach dem Film.


Bereits nach fünf Minuten verließ eine ganze Reihe geschlossen das Kino. Eine meiner Freundinnen wäre ihnen am liebsten gefolgt, verbrachte aber uns zu liebe die restlichen 2 Stunden versteckt hinter ihrem Freund, der ihr im Anschluss fast den kompletten Film nacherzählen musste. Ich wollte bleiben. Ich hatte Geld bezahlt und damit musste ich eben rechnen.
Meine erste Erkenntnis: Horrorfilme im Kino sind um einiges schlimmer als zu Hause, wo man Lichtverhältnisse und Gesprächslautstärke problemlos variieren kann. Die zweite: Ich hatte bis zu diesem Moment in meinem Leben noch nie wirklich richtige Angst. 
Letztendlich habe ich durchgehalten, einen wirklich gut gemachten Film gesehen, sehr unruhig geschlafen und folgende Entscheidung getroffen: Nie wieder Sneak Preview!

Nach einer solchen Beschreibung anderer kommt einem eine Sache selbst meist viel weniger schlimm vor, weil man gewarnt, auf alles gefasst ist. Aber überzeugt euch selbst, ich werde keine Details der Handlung verraten.

Hier für euch noch der Trailer, der dem Film nicht ansatzweise gerecht wird. Allerdings finde ich es immer viel spannender, wenn man vorher gar keine Ahnung hat, worum es geht.


Immerhin hat das mit dem Ablenken in diesem Fall wirklich gut funktioniert.

Dienstag, 6. November 2012

Konfrontationskomplexe

Es ist ein Uhr nachts. Mit meinem Wohnungs- schlüssel in der Hand stehe ich in der Küche und zögere...
Wie stellt ihr euch das Leben in einem Studenten- wohnheim vor? Viele junge Leute unter einem Dach, immer jemand da, mit dem man die Lieblingsserie gucken oder von dem man sich alle vorstellbaren Dinge leihen kann. Es wird nie langweilig und bei diesem feierlustigen Menschenschlag auch ab und zu ein bisschen lauter.

Klingt eigentlich ganz lustig - bis man nach einem anstrengenden Tag hellwach im Bett liegt und seit drei Stunden kein Auge zu bekommt (obwohl man am nächsten Morgen um 6 Uhr aufstehen müsste), weil einem der Bass von Nachbars Partymusik die Ohren massiert. Wie kann sich ein Student ein solches Soundsystem leisten? Und wozu gibt es nochmal den mietbaren Clubraum mit Terasse im Erdgeschoss?
Und von Minute zu Minute wird aus mir verständnisvollen Menschen, der weiß, dass er auch anstrengend sein kann und gern mal ein Auge zudrückt (schön wär's) eine bis in die letzte Zelle gereizte Furie. Wut!
Wenn man die halbe Nacht lückenlos alle Partyhits samt Gegröhle der Gäste durchlitten hat und sämtliche Ignorierungsversuche (wo sind Ohrstöpsel, wenn man sie braucht?), gegen die Wand klopfen und aus dem Fenster rufen erfolglos waren, gelangt auch meine Geduld an ihre Grenzen. So fühlt es sich also an, wenn das eigene Bett mitten auf der Tanzfläche einer riesigen Diskothek steht.

Aber was tun? Rüber gehen und den Leuten die Meinung sagen? Ich? Das schwache, hilflose Mädchen mit zerzausten Haaren, in Hausschuhen und Schlafklamotten? Nichts als Gelächter und blöde Sprüche würde ich ernten. Aber wer außer mir? Alle anderen Hausbewohner schlafen, durch Flure oder mich von der Lärmquelle getrennt, sicher seit Stunden seelenruhig in ihren beneidenswert ruhigen Zimmern. Zu allem Überfluss ist die Veranstalterin eine Asiatin. Vielleicht versteht mich gar keiner oder die Männer sind betrunken und schreien mich an?
Und plötzlich stehe ich im Gang, klingle Sturm, klopfe gleichzeitig so fest ich kann gegen die Tür und verkünde mit fester Stimme meine vorbereitete Moralpredigt, nachdem sich diese endlich öffnet. Kein Lachen, nicht einmal ein Schmunzeln - stattdessen überraschte, kleinlaute Gesichter - und Stille!
Ein bisschen stolz und ein bisschen verschämt stapfe ich zurück in meine Wohnung. Einer ganzen Gruppe von Studenten die Party versauen, nur damit ich meine Ruhe habe? Wie spießig! Vor lauter Adrenalin kann ich ohnehin nicht sofort einschlafen, doch als aus der Folterkammer der letzten Stunden wieder mein gemütliches, ruhiges Zimmer wird, bin ich mir in einem sicher:

Man muss sich auch nicht alles gefallen lassen.

Sonntag, 4. November 2012

Randomrückblick

Während meiner kurzen Bloggerpause haben sich einige
Dinge angesammelt, die ich gerne noch nachtragen möchte.

Verschoben
Durch den Ausnahmezustand der letzten Wochen konnte ich nicht planmäßig mit meinem "101 Dinge in 1001 Tagen"-Projekt beginnen. Neuer Starttermin mit aktualisierter Liste: Morgen, 05.11.2012.

Gefunden - Wer ich bin 
Endlich habe ich die originale Version des wahrscheinlich schönsten Woreshipsongs aller Zeiten entdeckt.
Mit In-Ohr-Kopfhörern und geschlossenen Augen immer wieder in Grund zum Heulen.
Reinhören ist Pflicht! ;)

video


Who am I, that the Lord of all the earth
Would care to know my name
Would care to feel my hurt


Who am I, that the voice that calmed the sea
Would call out through the rain
And calm the storm in me 


Not because of who I am
But because of what You've done
Not because of what I've done
But because of who You are
And You've told me who I am
I am Yours
 


Getestet
Ich konnte es mir wirklich nicht vorstellen, aber die "Brushed Metal"-Lacke von Catrice wirken auf den Nägeln tatsächlich täuschend echt. Sie fühlen sich sogar nach aufgerautem Metall an. (Auf Fotos leider immer sehr schlecht zu erkennen, bei lacktastisch aber z.B. ganz gut getroffen)

Catrice - 905 Steel my Soul

 
Genossen
Das unglaublich warme, sonnige Herbstwetter, bevor die
bunte Blätterpracht unter fast 20 cm Schnee begraben wurde.



Gebastelt
Eine kleine, einfache Dekoidee, die ich schon auf einigen anderen Blogs entdeckt habe =) 

Freitag, 2. November 2012

Unser Schuhkarton

Vor einigen Wochen habe ich euch auf die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" aufmerksam gemacht und obwohl es inzwischen schon eine Weile her ist, möchte ich euch gerne unser Paket vorstellen, das wir gemeinsam gepackt hatten. Es geht an einen Jungen zwischen 10 und 14 Jahren, weil für diese Altersgruppe die wenigsten Geschenke versandt werden.




Es enthält:
- zwei A5-Schulhefte
- 12er-Pack Bleistifte
- 2 Kugelschreiber + Ersatzminen
- 2 Spitzer
- Radiergummi
- Solartaschenrechner
- 2 Zahnbürsten
- Zahnpasta
- 2 Tafeln Schokolade
- kleines Hot Wheels Auto
- Gummifußball
- Ballpumpe
- 2 Paar Socken
- ein Foto als Gruß 


In einem der Videos auf der Website der Aktion hatte ein Junge einen Karton zum Aufklappen bekommen und ich fand die Idee so toll, dass ich sie nachgemacht habe. Immerhin hüten viele Kinder ihren Karton jahrelang wie eine Schatztruhe. Zusammen mit den 6 € für Transport und Abwicklung kamen wir auf eine Summe von rund 30 €. (Die Socken waren eine Spende aus dem Textilgeschäft meiner lieben Mama  ;) ).
Packt man voluminösere Geschenke wie Pullover und Kuscheltiere in den Karton, fallen die Kosten natürlich entsprechend geringer aus. Mami Made It hat mir außerdem den Tipp gegeben, schon im Vorfeld auf Rabattaktionen für brauchbare Artikel zu achten und so ein paar Euro zu sparen. Ansonsten möchte ich nächstes Jahr gerne etwas Persönliches, wie einen selbst gestrickten Schal, verschenken.

Was habt ihr in euren Karton gepackt und welche Ideen haben euch besonders gut gefallen? 





  All night I couldn‘t sleep
So I rushed out of bed and brushed my teeth
I put on my sunday‘s best 
as my heart was pounding out of beat
I‘ve heard someone sent a gift here just for me
Now I stand here through joysfull tears - I barely see 
You‘ve put a smile on my face
though you‘ve never heard my name
You choose to spend your time and bless my life 
You gave me a memory I won‘t erase
allthough this day might soon be over
you gave me something so look forward to 

"Shoebox" Marco Stelter


Den Text zu diesem unglaublich berührenden Song habe ich extra für euch exklusiv
zugesandt bekommen. Er wurde noch nicht einmal auf der Homepage veröffentlich.

 

Schreibsuchtsieg

Es wird sich hier einiges verändern, aber es wird weiter gehen. Mein Blog wird nicht so sein, wie er vorher war, aber er fehlt mir und ich möchte ihn nicht aufgeben. Ich war wirklich sehr gerührt von euren lieben
Kommentaren und würde mich freuen, wenn ihr weiterhin ab und zu vorbei schaut.  

Ich wollte diese Pause auch aus Rücksicht auf andere einlegen, weil ich Angst hatte, dass ein falscher Ein-
druck entstehen könnte. In meinem Leben hat sich viel verändert, ich stecke in einer schwierigen Phase und bin oft unglaublich traurig. Trotzdem soll mein Blog weiterhin vor allem die positiven Seiten des Lebens hervorheben und ich denke jedem Leser ist bewusst, dass kein Blogger in dieser heilen Welt lebt, nach der 
manche Posts vielleicht aussehen.

Manchmal geschehen einfach Dinge in unserem Leben, die uns aus dem Alltag herausreißen, die uns die Welt wie von oben durch eine Glasscheibe betrachten lassen, in deren Folge wir jeden Schritt neu lernen müssen, alles Alltägliche zur Herausforderung wird. Momente, die uns zeigen, was wahre Freunde sind und wie unendlich wichtig die Familie ist. Ereignisse, die ein Loch in unsere Herzen reißen, das durch nichts anderes gefüllt werden kann und doch Platz schafft für einen neuen Anfang, wie schwer er auch sein mag.
Manchmal müssen wir Entscheidungen fällen, die auch das Leben anderer Menschen betreffen und mit deren Konsequenzen nicht nur wir selbst zurecht kommen müssen.

Ich glaube ja, Veränderungen sind Herdentiere. Sie treten selten ohne Artgenossen auf. Mitten in all dem Chaos der letzten Woche zog meine Mitbewohnerin kurzfristig aus und ich muss mich an einen neuen Menschen gewöhnen. Vor ein paar Tagen fiel der erste Schnee, der sich hartnäckig hält und eine Jahreszeit, die es mir ohnehin nicht leicht macht, beginnt...

Auf dass wir lernen, in schweren Zeiten nicht den Mut zu verlieren und Veränderungen als Chance zu sehen, egal wie sehr wir uns das Alte manchmal zurück wünschen.


You are always on my mind