Freitag, 16. Juni 2017

"Jetzt fängt unser Leben richtig an"

Das habe ich vor kurzem eine Abiturientin sagen gehört und ich musste unweigerlich darüber lächeln. Denn nach 5 Jahren Studium und kurz vor dem Masterabschluss habe ich gerade manchmal den selben Gedanken. Allerdings mit etwas weniger Euphorie, sondern eher ein bisschen Melancholie. Denn plötzlich hört sich der Satz „Das Studium ist die schönste Zeit im Leben.“ irgendwie furchtbar an. Natürlich freue ich mich darauf, mein Wissen hoffentlich bald irgendwo anwenden zu können und vor allem auf einen halbwegs festen Wohnsitz ohne ständiges pendeln. Aber da wartet auch eine Menge Verantwortung, Erwachsen sein, Vernunft, Alltag. Bisher hatte ich immer das Gefühl, ganz gut in meine Altersklasse zu passen und vielen Erwartungen gerecht zu werden. Aber wie ist man mit 24? Da gibt es zum einen solche, die gerade erst ihren Bachelor abgeschlossen haben und ihre 3. Weltreise machen und dann zum anderen solche, die schon seit Jahren einen festen Job und bald ihr zweites Kind haben. Irgendwie ist dieses Alter nicht greifbar und vielleicht muss es das auch nicht sein. Es ist einfach seltsam und gleichzeitig unglaublich spannend zu wissen, dass sich mein Leben in den nächsten Monaten komplett verändern wird und ich keinen Schimmer habe, was ich Ende dieses Jahres tun werde, wo ich wohne und welche Personen dann noch Teil meines Lebens sein werden. Ich habe inzwischen gelernt, dass Veränderungen meistens viel Gutes hervorbringen und vielleicht macht mir auch eher der Gedanke Angst, dass es womöglich die letzte Veränderung dieses Ausmaßes für mich sein wird. Aber wer weiß das schon?

Ich habe übrigens schon lange einen Instagramaccount, den ich gerade wiederbelebe. Vielleicht habt ihr ja Lust mal vorbeizuschauen