Samstag, 15. Juli 2017

Coming Home


Ich fahre nach einer anstrengenden Woche zum Haus meiner Eltern und schlafe vor Erschöpfung direkt auf der Couch ein. Eine halbe Stunde später werde ich mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen geweckt und ich genieße jeden Bissen, während im Fernsehen eine Märchenverfilmung läuft und die schönsten Kindheitserinnerungen in mir weckt. Später schlendere ich durch den Garten und nasche von den Früchten, die meine Großeltern seit eh und je in diesen Beeten anpflanzen. Und als ich auf der Schaukel sitze, auf der ich auch schon vor 20 Jahren saß und den riesigen Ahornbaum beobachte, der schon vor über 100 Jahren in unserem Hof stand, kann ich die Bedeutung des Wortes Heimat in jeder Faser meines Körpers spüren. Und ich bin unendlich dankbar dafür, dass es diesen Ort gibt, an dem ich mich immer zu Hause fühlen werde, an dem ich nicht stark sein muss, sondern mich einfach geborgen fühlen darf und wieder Kind sein kann, der mich meine Alltagssorgen vergessen lässt und mich daran erinnert, dass man nicht nur am anderen Ende der Welt zu sich selbst finden kann, sondern manchmal einfach zu den eigenen Wurzeln zurückkehren muss.


Freitag, 16. Juni 2017

"Jetzt fängt unser Leben richtig an"

Das habe ich vor kurzem eine Abiturientin sagen gehört und ich musste unweigerlich darüber lächeln. Denn nach 5 Jahren Studium und kurz vor dem Masterabschluss habe ich gerade manchmal den selben Gedanken. Allerdings mit etwas weniger Euphorie, sondern eher ein bisschen Melancholie. Denn plötzlich hört sich der Satz „Das Studium ist die schönste Zeit im Leben.“ irgendwie furchtbar an. Natürlich freue ich mich darauf, mein Wissen hoffentlich bald irgendwo anwenden zu können und vor allem auf einen halbwegs festen Wohnsitz ohne ständiges pendeln. Aber da wartet auch eine Menge Verantwortung, Erwachsen sein, Vernunft, Alltag. Bisher hatte ich immer das Gefühl, ganz gut in meine Altersklasse zu passen und vielen Erwartungen gerecht zu werden. Aber wie ist man mit 24? Da gibt es zum einen solche, die gerade erst ihren Bachelor abgeschlossen haben und ihre 3. Weltreise machen und dann zum anderen solche, die schon seit Jahren einen festen Job und bald ihr zweites Kind haben. Irgendwie ist dieses Alter nicht greifbar und vielleicht muss es das auch nicht sein. Es ist einfach seltsam und gleichzeitig unglaublich spannend zu wissen, dass sich mein Leben in den nächsten Monaten komplett verändern wird und ich keinen Schimmer habe, was ich Ende dieses Jahres tun werde, wo ich wohne und welche Personen dann noch Teil meines Lebens sein werden. Ich habe inzwischen gelernt, dass Veränderungen meistens viel Gutes hervorbringen und vielleicht macht mir auch eher der Gedanke Angst, dass es womöglich die letzte Veränderung dieses Ausmaßes für mich sein wird. Aber wer weiß das schon?

Ich habe übrigens schon lange einen Instagramaccount, den ich gerade wiederbelebe. Vielleicht habt ihr ja Lust mal vorbeizuschauen